Bauchspeicheldrüse-Info

Bauch­speichel­drüsen­krebs
(Pankreas­karzinom)

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs entsteht aus den exokrinen Drüsen (nach außen abfließende Drüsen). Daneben gibt es noch die endokrinen (nach innen abfließende Drüsen) Tumore der Bauchspeicheldrüse und andere Tumore wie   z. B. IPMN, (intraduktale-papillär-muzinöse Neubildungen).

Die Erkrankungsrate beträgt etwa jährlich 10 von 100.000 Einwohnern. In der Todesrate liegt diese Krebsart sehr weit vorne, so dass er zu einer der schlimmsten Krebsarten gehört. Erkrankungen treten meistens im fortgesetzten und höheren Alter auf.
Die Ursache dieser Krebsart ist weitgehend unbekannt, jedoch besteht bei einem Teil der Betroffenen ein familiäres Risiko. Risikofaktoren für die Krebs-Entstehung sind höheres Alter, Geschlecht (Männer häufiger betroffen), erbliche Faktoren, eine chronische Pankreatitis, Alkohol, Nikotinmissbrauch, Umgang mit gefährlichen Stoffen wie z. B. Nitrosaminen usw.
Die meisten Tumore sind Adenokarzinome, die aus den Drüsen der Bauchspeicheldrüse hervorgehen. Leider dehnt sich der Tumor schon in frühen Stadien in das angrenzende Gewebe und weitere Strukturen aus.

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs drückt meist ziemlich früh auf den Gallengang und den Gang der Verdauungsenzyme, so dass es zum Aufstau von Galle und Verdauungsenzymen kommt. Betroffene leiden deshalb oftmals sehr früh unter einer Gelbsucht (Ikterus).

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs betrifft in 60% der Fälle den Kopf der Bauchspeicheldrüse und in den restlichen Fällen den mitleren sowie den Schwanzbereich der Bauchspeicheldrüse.

Der Krebs der Bauchspeicheldrüse metastasiert sehr schnell in benachbarte Organe wie Leber, Bauchfell, Milz, Lunge und Knochen. Die ersten Anzeichen der Erkrankung können sein: Gürtelförmige Oberbauchschmerzen, Rückenschmerzen, Verdauungsstörungen wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, schleichende Gewichtsabnahme und eine eventuelle Gelbsucht. Der Stuhlgang verändert sich farblich, wird hell, dünn, breiig und sehr geruchsintensiv. Dies alles sind die Zeichen eines Fettstuhls. Oft verdunkelt sich der Urin.

Bei Tumoren im Kopfbereich treten meistens die Anzeichen der Gelbsucht und Verdauungsstörungen auf, während bei Tumoren im Mittel- und Schwanzbereich der pankreoprive Diabetes 3 c und eine Milzthrombose auftreten können.

Wegen dieser unspezifischen Symptome wird der Krebs der Bauchspeicheldrüse regelmäßig zu spät erkannt. Zur diagnostischen Abklärung geeignet sind der  Ultraschall, auch als Endosonografie, die Computertomografie (CT) und die Magnetresonanztomografie (MRT) und die ERCP. Ergänzt werden kann dies bei Unklarheiten durch eine Gewebeentnahme.  Die Tumormarker (CA 19-9) sind zur Diagnostik ungeeignet und dienen nur der Verlaufskontrolle.

Die einzige Möglichkeit zu einer Heilung besteht in einer rechtzeitigen Operation (Whipple, Traverso usw.). Leider profitieren nur unter 20 % der Betroffenen von dieser Möglichkeit. Allerdings können diejenigen, die nicht operiert werden, durch eine gute Behandlung (Chemotherapie, Ernährung, Schmerztherapie usw.) eine hohe Lebenserwartung erreichen. Seit einigen Jahren besteht auch die Möglichkeit, den Tumor durch eine vorgeschaltete Chemotherapie (neoadjuvante Chemo) soweit zu verkleinern, dass er operabel wird.

Zurzeit stehen für eine erfolgreiche Chemotherapie Gemcitabine, 5FU, Folfirinox und die Kombina- tionen mit Gemcitabine und nabpaclitaxell zur Verfügung. Selbstverständlich sind in einem individuellen Heilversuch auch andere Kombinationen möglich.

Gegenwärtig werden in Studien neue Immuntherapien mit Checkpointinhibitoren wie beispielsweise Nivosumab, Hyperthermie, die irreversible Elektroporation (IRE) sowie weiteres geprüft. Komplementärmedizinisch stehen zur Verfügung: Misteltherapie, L-Carnitin, Sulforaphan und anderes. Die komplementärmedizinischen Maßnahmen selbst sind bei den Schulmedizinern umstritten, während die ganzheitlichen Mediziner diese befürworten.

Die Erstellung der neuen Homepage wurde durch eine Projektförderung der DAK Bundesebene nach
§ 20h SGB V unterstützt.