ADEK Vitamine: Fettlösliche Vitamine - wichtig oder unwichtig?

Seit 1999 setze ich mich tagtäglich für Betroffene mit Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, insbesondere Bauchspeicheldrüsenkrebs, ein. In dieser Zeit habe ich erfahren, dass Betroffene aufgrund ihrer Erkrankung oftmals an einer mangelhaften Fettverdauung leiden, deren Ursache sehr unterschiedlich sein kann. Nicht jeder hat Vitaminmangel

Trotz ausreichender Nahrungszufuhr besteht die Gefahr, dass fettlösliche Vitamine ADEK entweder nur geringfügig oder überhaupt nicht aus der Nahrung vom Körper aufgenommen werden. Es kommt dann zu einem Vitaminmangel (Avitamiiose), der zu schweren körperlichen Beeinträchtigungen führen kann. Oftmals klagen Betroffene in den regelmäßig stattfindenden Gruppentreffen oder bei Einzelberatungen über plötzliche Nachtblindheit,  Sehstörungen, Knochen- und Gelenkschmerzen, Blutgerinnungsstörungen, Hautprobleme u. v. m.

Sie schildern es so, dass bei ihnen im Körper irgendetwas nicht stimmt. Erst nach einer gewissen Leidenszeit gehen sie zum Arzt und sprechen über diese Symptome. Leider, und das ist eine Tatsache, die ich immer wieder erfahren muss, kommen Ärzte nicht immer sofort auf den Gedanken, dass es sich hier um einen Vitaminmangel handeln könnte.

Nicht jeder, der an der Bauchspeicheldrüse erkrankt ist, hat einen Vitaminmangel. Betroffene, die alles ausreichend und ausgewogen essen und dazu in aus- reichender und richtiger Dosierung Verdauungsenzyme nehmen, brauchen in der Regel keine zusätzlichen fettlöslichen Vitamine. Betroffene, die nur wenig Fett zu sich nehmen oder bereits an einer Mangelernährung leiden, brauchen in der Regel zusätzliche ADEK Vitamine. Um ganz sicher zu gehen, kann man einen Vitaminstatusmachen, den man aber oftmalsselber bezahlen muss.

Ärzten, Ernährungsberatern und Krankenkassen sollte die Problematik mit den ADEK Vitaminen seit Jahren ausreichend bekannt sein. Nach den Richtlinien des gemeinsamen Bundesausschusses ist die parenterale Substitution dieser lebensnotwendigen Vitamine bei Malabsorption (mangelhafte Aufnahme) eine Kassenleistung.

Warum kam ich mit dem Thema ADEK-Vitamine in Berührung? Von 1999 bis 2005 war ich in einem Arbeitskreis tätig, der sich für Bauchspeicheldrüsenerkrankte einsetzte. Unter diesem Dach gründete und leitete ich damals eine Selbsthilfegruppe für Bauchspeicheldrüsenerkrankungen in Ludwigsburg und später in Stuttgart. In dieser Zeit wurde ich immer wieder von Betroffenen in den Gruppen mit dem Thema fettlösliche Vitamine ADEK konfrontiert. So erfuhr ich damals, dass die Firma Dr. Falk Pharma GmbH die Produktion der ADEK-Falk zum 30.06.2003 einstellen wird, das Fertigarzneimittel, das für die parenterale Substitution fettlöslicher Vitamine bei Malabsorp- tion zugelassen war. Betroffene, die bereits seit vielen Jahren ADEK-Falk bekamen und dadurch eine deutliche Verbesserung ihres allgemeinen Zustandes spürten, standen plötzlich vor einem großen, großen Problem. Sie hatten Angst,  dass sie wieder einen Vitaminmangel erleiden müssen. Sie legten sich, wie es damals der Arbeitskreis und auch ich empfohlen hatten, einen Vorrat der für sie lebensnotwendigen ADEK-Falk-Ampullen an. Ich spürte in den Gruppen die Not und die Ängste der Betroffenen, ich suchte nach Lösungen, ich wollte helfen. Doch wie, das war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

ADEK_Fertigspritzen.jpgWie so oft im Leben passieren Dinge, die man nicht vorhersehen kann, deren Entwicklung eine eigene Dynamik hervorbringt, und plötzlich gibt es Zeichen oder Möglichkeiten, die später zu einer Lösung führen können. Ein solches „Aha-Erlebnis“ habe ich damals erleben dürfen. Plötzlich und unerwartet tat sich eine Tür auf und keiner konnte ahnen, was jemals daraus werden sollte. Was geschah damals? Bei einem unserer Gruppentreffen im März 2004 hatten wir zum tausendsten Mal das Thema Ernährung, Enzyme und Vitamine behandelt und so kam, was kommen musste, die Fragen von einigen Teilnehmern:

  • Werden die ADEK Vitamine wieder hergestellt?
  • Was sollen wir ohne diese  Vitamine tun?
  • Frau Stang, können Sie nichts tun?

Plötzlich sagte ein Betroffener aus der Runde sehr eindringlich und lautstark: „Wenden Sie sich doch einmal an die Alte Apotheke Feuerbach, Frau Dr. Steinbeck. Sie ist die Inhaberin. Diese Frau setzt sich immer wieder für meine an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankte Frau ein und hilft, wo sie nur helfen kann. Außerdem ist mir bekannt, dass die Alte Apotheke sterile Rezepturen herstellt. Wenn einer uns helfen kann, dann denke ich, wird sie es sein“. Keiner konnte in diesem     Augenblick wissen, wie Recht dieser Mann hatte. Mit dieser Empfehlung wandte ich mich an Frau Dr. Steinbeck, die ich bis dato nicht kannte. Ich lud sie zu unserem nächsten Gruppentreffen ein, sie sollte sich vor Ort ein eigenes Bild machen. Sie nahm die Einladung an und kam! Schon beim ersten Gruppentreffen erlebten wir eine sehr aufgeschlossene und liebenswürdige Persönlichkeit. Betroffene, Angehörige und ich schenkten ihr sofort unser grenzenloses Vertrauen.
Dieses Gruppentreffen war sehr eindrucksvoll, hoch informativ und von hoher Menschlichkeit geprägt. Frau Dr. Steinbeck hörte zu, stellte Fragen, gab Tipps und am Ende versprach sie der Gruppe: „Ich schaue mal, was ich machen kann. Ich werde mich nach den Voraussetzungen erkundigen und, wenn möglich, alles daransetzen, das Vorhaben umzusetzen.“ Wir hatten sofort das Gefühl, sie macht das wirklich, sie redet nicht nur, sondern sie handelt! Sie ahnte in diesem Augenblick schon, dass es schwierig werden könnte und dass unser Vorhaben nicht überall mit Begeisterung aufgenommen werden würde. Ich dagegen war ganz unbefangen und glaubte an das Gute.

Viele Gespräche führte ich damals im Arbeitskreis und teilte meine Idee der Führungsspitze mit. Ich hatte das Gefühl, es passiert nicht sehr viel. Ich suchte weiter, durch meine vielfältigen Verbindungen kannte ich hervorragende Ärzte und so kam es, dass ich meine Idee, Betroffenen wieder zu den ADEK Vitaminen zu verhelfen, dem bundesweit, aber auch über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Experten Herrn Prof. Dr. Rainer Klapdor aus Hamburg vorstellte. Er versprach, sich mit Frau Dr. Steinbeck in Verbindung zu setzen. Meine Aufgabe war erfüllt!
                               
Loesung.jpgIm Februar 2005 war es dann soweit. Frau Dr. Steinbeck stellte ADEK Fertigspritzen her. Es war geschafft, die ADEK Fertigspritzen konnten wieder auf ärztliche Verordnung verschrieben werden. Zusammensetzung und Dosis der ADEK-Falk Vitamine wurden anfangs von ihr übernommen. Allerdings wurde schon damals auf Konservierungsstoffe verzichtet und Sesamöl statt Erdnussöl als Trägerlösung verwendet, da Erdnussöl ein hohes Allergiepotenzial hat. Bis heute werden die ADEK Fertigspritzen in der Alten Apotheke hergestellt. Ein besonderer Vorteil, der von Betroffenen und auch von einigen Ärzten als sehr vorteilhaft beschrieben wird, ist die Tatsache, dass Frau Dr. Steinbeck die ADEK Fertigspritzen individuell nach den Bedürfnissen der Betroffenen und genau nach Anordnung des Arztes herstellen kann. Außerdem, so wird uns immer berichtet, besteht kein Abnahmezwang von bestimmten Mengen durch konfektionierte Packungen. Wichtig: Wie bereits erwähnt, werden die Kosten aufgrund der Indikation „Malabsorption“ von den Krankenkassen übernommen

Bis heute haben wir die besten Erfahrungen mit der Alten Apotheke Feuerbach gemacht. Wir hören in allen Regionalgruppen und bei persönlichen Beratungen nur Lob und Zufriedenheit von den Betroffenen, die seit Jahren diese ADEK Vitamine dort erhalten.

Frau Dr. Steinbeck war von 2006 bis 2016 als 2. Vorsitzende bei TEB e. V. ehrenamtlich tätig. Während dieser Zeit setzte sie sich für die Belange der Betroffenen in vielfältiger Weise ein. Sie bewegte und erreichte sehr viel, unsere Zusammenarbeit war in dieser Zeit von Vertrauen, Menschlichkeit, Wissen und liebevollem Umgang geprägt. Ihre fachlichen Vorträge, z. B. zu den Themen Folgeerscheinungen und Maßnahmen bei der Behandlung mit Chemotherapie, Hautpflege, Vitaminstatus, Begleitmedikation oder Unverträglichkeiten von Arzneimitteln, Gewichts- und Verdauungs- probleme, Zusatzernährung u. v. m. sind auch heute noch eine Bereich- erung für alle Betroffenen und deren Angehörige. Seit Jahren ermöglicht sie uns, dass wir eine regelmäßige BIA-Messung in der Regionalgruppe durchführen können. Ihre persönlichen Kenntnisse und Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Bereitschaft, kranken Menschen zu helfen, ist für mich beispiellos und zeigt mir, dass es ihr in erster Linie immer um die Menschen und deren Schicksale geht. Ich persönlich konnte sehr viel von ihr lernen. Leider konnte sie aus persönlichen und zeitlichen Gründen das Amt der 2. Vorsitzenden nicht länger ausüben. Sie ist aber weiterhin für mich, unsere Mitglieder, Betroffene, Angehörige und Ärzte ein wichtiges Bindeglied. Wir sind sehr dankbar darüber, dass wir weiterhin mit ihrer Hilfe und Unterstützung rechnen dürfen und können. Wir danken ihr von Herzen für ihr Engagement!

Ein Betroffener in der Regionalgruppe Mittlerer Neckar und Lauter/Fils sagte: „Ohne die Fertigspritzen von Frau Dr. Steinbeck würde es mir sicher viel schlechter gehen. Lange hatte mein Arzt versucht, meine Defizite beim Vitamin D aufzufüllen, alle mir empfohlenen Medikamente halfen aber nicht. Ich konnte mich am Schluss kaum noch bewegen. Heute dagegen geht es um ein vielfaches besser. Ich spüre sofort, wenn es notwendig ist, wieder eine ADEK Vitamin Fertigspritze verabreicht zu bekommen.“

Viele Betroffene stellen sich die Frage, ob es heute überhaupt noch ADEK Vitamine gäbe, wenn Frau Dr. Steinbeck sich nicht dazu entschlossen hätte, diese wieder herzustellen.

Katharina Stang


Fettlösliche Vitamine
Betroffene mit einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung haben oftmals Probleme mit der Fettverdauung und können daher die fettlöslichen Vitmaine A, D, E und K aus der Nahrung nicht aufnehmen.

Vitamin_A.pngVitamin A ist sehr wichtig für Wachstum und Vitalität unseres  Körpergewebes,  die Schleimhäute, Sehkraft, Hauterneuerung und Stärkung des Immunsystems. In natürlicher Form kommt Vitamin A in Lebensmitteln wie Fischlebertran, Leber, Leberwurst, Eigelb oder Vollmilch vor. Es kann jedoch auch vom Körper aus Beta-Carotin aufgebaut werden. Diese sind in Karotten, Kürbis, Brokkoli oder rotem Paprika zu finden. Zu viel Licht und zu starkes Erhitzen können den Vitamingehalt beeinträchtigen. Ein Mangel durch Unterversorgung macht sich nach etwa zwölf Monaten bemerkbar. Das Sehvermögen lässt nach und der Organismus wird anfällig für Erkältungen. Weitere Anzeichen für einen Mangel sind Müdigkeit, Eisenmangel, Wachstumsstörungen, Nachtblindheit oder verminderte Regenerationsfähigkeit der Haut.

Empfohlene tägliche Zufuhr (nach DGE):
Erwachsene über 19 Jahre 0,8-1,0 mg

Wird zu viel Vitamin A aufgenommen, können Erbrechen, Haarausfall, Nasenbluten oder eine Unterfunktion der Schilddrüse auftreten.


Vitamin_E.pngVitamin E ist vor allem für seine   Fähigkeit als Radikalenfänger bekannt, sodass das Risiko, an Krebs zu erkranken, durch die regelmäßige Zufuhr von Vitamin E reduziert werden kann. Außerdem brauchen wir Vitamin E zur Erneuerung der menschlichen Zellen und es hemmt Entzündungsprozesse im Körper und stärkt damit unser Immunsystem. Vitamin E kommt vor allem in Vollkornprodukten, Blattgemüse und pflanzlichen Ölen (Weizenkeimöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl) vor. Mangelanzeichen sind Müdigkeit, Reizbarkeit, innere Unruhe oder Konzentrationsstörungen, Störungen des Nerven- und Muskelstoffwechsels, schlechtere Funktionen des Immunsystems.

Empfohlene tägliche Zufuhr (nach DGE) :
Erwachsene über 19 Jahre 11-15 mg

Vitamin_D.pngVitamin D ist sehr wichtig für den menschlichen Körper, denn die Vitamine D2 und D3 wirken als Hormone und können bei ausreichender Bestrahlung durch die Sonne vom Körper selbst produziert werden. Auch einige Lebensmittel wie Lebertran, verschiedene Meeresfische, Champignons und Avocados enthalten Vitamin D, allerdings wesentlich weniger als bei einer Eigenherstellung durch Sonnenstrahlung. Vitamin D übernimmt eine wichtige Rolle im Kalziumhaushalt und reguliert den Ab- und Aufbau der Knochen. Bei ungenügender Sonneneinstrahlung, wie z. B. in den Wintermonaten, leiden viele Menschen an Vitamin D Mangel, sodass der Körper deutlich anfälliger für verschiedene Krankheiten wie zum Beispiel für Osteoporose wird.

Empfohlene tägliche Zufuhr (nach DGE):
Jugendliche und Erwachsene 10-65 Jahre 5 µg
Erwachsene über 65 Jahre 10 µg


Vitamin_K.pngVitamin K dient der Regulation der Blutgerinnung und spielt außerdem eine wichtige Rolle für den Knochenstoffwechsel. Es ist ubiquitär und in sehr vielen Lebensmitteln wie etwa Blattgemüse, Zwiebeln, Mangold, Kohl oder auch Schweine- oder Hühnerfleisch, Eiern oder Milch zu finden. Ein Mangel ist bei Erwachsenen daher relativ selten. Lediglich bei Menschen, die unter Osteoporose leiden oder Alkoholikern mit Leberschädigung kann es erforderlich sein, Vitamin K zusätzlich über Vitaminpräparate zu ergänzen. Eine Überdosierung ist hierbei nicht möglich, denn zu viel verabreichtes Vitamin K wird ausgeschieden und führt nicht zu Schädigungen.

Empfohlene tägliche Zufuhr (nach DGE):
Erwachsene über 19 Jahre 60-80 µg

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